Katholische Ärztearbeit Deutschlands e.V.

Gründungsgeschichte der KÄAD

 

 

Nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs suchten viele Menschen nach Halt und Orientierung. So lag es nahe, dass sich auch katholische Ärzte in Deutschland zusammenfanden, um sich in die moralisch ethischen Diskussionen in der Medizin und in der Gesellschaft mit einzubringen. Im Wesentlichen waren es drei Gruppen katholischer Ärzte, die sich diesen Aufgaben verpflichtet fühlten und regelmäßige Tagungen abhielten:

1.        Die Lukas- Gilden unter der Leitung von P. Gratian Gruber OFMCap
         im Bereich südlich der Mainlinie
2.    
   Die religiös- wissenschaftlichen Ärztetagungen, begründet 1947 durch
         Dr. med. Alf Riegel und Prälat Bernhard Hanssler unter wesentlicher Beteiligung von
         P. Dr. Georg Trapp
3.    
   Der Katholische Akademikerverband unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Leon Norpoth,
         Dr. Leopold Deimel und Prälat DDr. Paul Wolff, der seine Tagungen im Westen und Nordwesten
         Deutschlands durchführte

Auf der Ärztetagung 1958 in Flüeli/Ranft, Schweiz beschlossen diese drei Gruppen auf Anregung von Lorenz Kardinal Jäger, Paderborn, sich zum Präsidium der Katholischen Ärztearbeit Deutschlands zusammenzuschließen, um gemeinsam die Arbeit fortzuführen. Die Neugründung führt ab 1961 den Namen „Katholische Ärztearbeit Deutschlands“. Die damals verabschiedete Satzung enthält Inhalte und Zielsetzungen, die auch heute noch weitgehend verbindlich sind. Präsident Prof. Dr. Norpoth führte im selben Jahr die persönliche Mitgliedschaft ein.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hatten auch  die katholischen Ärztinnen und Ärzte aus den Neuen Bundesländern die Möglichkeit, Mitglieder der Katholischen Ärztearbeit Deutschlands zu werden. Ein katholischer Ärzteverband existierte in der DDR nicht und wäre unter den Bedingungen des „real existierenden Sozialismus“ auch nicht denkbar gewesen. Dank kirchlicher Bildungseinrichtungen bestanden jedoch für katholische Ärztinnen und Ärzte Gelegenheiten, sich in medizinisch- ethischen Fragen weiterzubilden. Zusätzlich führte die Zentralstelle des Caritasverbandes in Berlin Weiterbildungsveranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte katholischer Krankenhäuser der DDR durch, zu denen auch gelegentlich westdeutsche Kolleginnen und Kollegen, natürlich inoffiziell, als Referenten eingeladen wurden.

Infolge der demographischen Verhältnisse in Deutschland und dem offenbar nachlassendem Interesse oder fehlenden zeitlichen Möglichkeiten jüngerer katholischer Ärztinnen und Ärzten, sich in einem katholischem Ärzteverband zu organisieren, ist eine ständige Abnahme der Mitgliederzahlen zu verzeichnen, sodass die weitere Entwicklung der Katholischen Ärztearbeit Deutschlands leider mit Sorge betrachtet werden muss.